{"id":9,"date":"2007-06-20T23:27:18","date_gmt":"2007-06-20T21:27:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.buch-hoerbuch.de\/uncategorized\/es-geht-uns-gut-von-arno-geiger\/"},"modified":"2007-06-20T23:27:18","modified_gmt":"2007-06-20T21:27:18","slug":"es-geht-uns-gut-von-arno-geiger","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.buch-hoerbuch.de\/?p=9","title":{"rendered":"Es geht uns gut von Arno Geiger"},"content":{"rendered":"<h2><a href=\"http:\/\/www.buch-hoerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/geiger.jpg\" title=\"geiger.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.buch-hoerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/geiger.thumbnail.jpg\" alt=\"geiger.jpg\" \/><\/a><\/h2>\n<p>Bereits 2004 bewirbt sich der Vorarlberger Arno Geiger mit seinem vierten Roman: Es geht uns gut um den Ingeborg-Bachmann-Preis. Er geht leer aus. Erst ein Jahr sp\u00e4ter erh\u00e4lt Geiger, Literaturwissenschaftler und Autor, den erstmals ausgelobten Deutschen Buchpreis 2005. Seitdem spaltet der Roman die Gem\u00fcter. Das Feuilleton ist verz\u00fcckt, der  normale Leser  gelangweilt.<!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\"> Worum geht&#8217;s? Der Klappentext sagt:<\/span><br \/>\nPhilipp Erlach hat das Haus seiner Gro\u00dfmutter in der Wiener Vorstadt geerbt, und die Familiengeschichte, von der er definitiv nichts wissen will, sitzt ihm nun im Nacken. Arno Geiger erz\u00e4hlt, als sei sie gegenw\u00e4rtig: Von Alma und Richard, die 1938 gerade Ingrid bekommen und nichts mit den Nazis zu tun haben wollen. Vom f\u00fcnfzehnj\u00e4hrigen Peter, der 1945 mit den letzten Hitlerjungen durch die zerbombten Stra\u00dfen l\u00e4uft. Von Ingrid, die mit dem Studenten Peter eine eigene Familie gr\u00fcnden will, und von Philipp, dem Sohn der beiden.<\/p>\n<p class=\"sansnormal\"> <span style=\"font-weight: bold\">Und darum geht es wirklich:<\/span><br \/>\nEigentlich ist es so: die Gro\u00dfeltern erz\u00e4hlen den Kindern vom ihrem Leben, und die wiederum erz\u00e4hlen ihren Kindern von dem, was die Gro\u00dfeltern erz\u00e4hlt haben oder aber, die Enkel haben Gl\u00fcck, und h\u00f6ren die Geschichten noch selbst, weil alle noch leben. In der deutschen Geschichte, und, wie wir jetzt erfahren auch in der \u00f6sterreichischen, ist das anders. Hier erz\u00e4hlt keiner mehr keinem was. (Wir wissen, warum &#8230; kollektive Schuld und so.) Die Erz\u00e4hlung im Sinne der m\u00fcndlichen \u00dcberlieferung, der Sage, wird damit unterbrochen. Ein ganz erhebliches und schweres Vers\u00e4umnis in punkto Identit\u00e4t und Geschichte.<br \/>\nDeshalb schickt Geiger Philipp Erlach, den 36-j\u00e4hrigen Nichtsnutz, auch auf den Boden seiner Gro\u00dfmutter und stellt ihn dort symbolisch vor den Nachlass, vor allem dem geistigen, seiner Familie (seines Landes, seiner Geschichte). Und auch symbolisch &#8211; kann Erlach damit nichts anfangen.<br \/>\nAls letztes Glied in der Kette (Gro\u00dfeltern, Eltern, Kind und Enkel) steht er als exemplarisches Beispiel f\u00fcr den Wandel der Zeit. Zu fragen bleibt, ob sein Unwohlsein, seine Unentschlossenheit, seine Zweifel,  seine Schw\u00e4che, seine fast aggressive Unt\u00e4tigkeit Wirkungen auf diese Ursachen (Identit\u00e4tsverlust, Geschichtsbruch) sind. Wenn ja, na dann: Gute Nacht, Marie. Andererseits: Wenn&#8217;s nur das ist, dass da einer rumlungert, und nichts mit sich anzufangen wei\u00df, keine Familie gr\u00fcndet, \u00fcber sich und immer wieder \u00fcber sich nachdenkt und selbst f\u00fcr Dummheiten und Gr\u00f6\u00dfenwahnsinn viel zu faul ist &#8211; dann geht&#8217;s uns doch eigentlich wirklich gut &#8230;<\/p>\n<p class=\"sansnormal\">(Dieser Text wurde ebenfalls ver\u00f6ffentlich auf dem Buchblog von <a href=\"http:\/\/www.germanblogs.de\">germanblogs<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits 2004 bewirbt sich der Vorarlberger Arno Geiger mit seinem vierten Roman: Es geht uns gut um den Ingeborg-Bachmann-Preis. Er geht leer aus. Erst ein Jahr sp\u00e4ter erh\u00e4lt Geiger, Literaturwissenschaftler und Autor, den erstmals ausgelobten Deutschen Buchpreis 2005. 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