Wirtschaftskrise ist keine Buchkrise

Das Buchjahr 2008 in Zahlen (Quelle dpa):
1. Der durchschnittliche Buchpreis liegt jetzt bei unter 13 Euro. Hardcover-Bücher kosten kaum mehr als Taschenbücher.
2. Es wurden über 1 Milliarde Bücher produziert, davon 94 000 Neuerscheinungen. Das sind immerhin 3,3 Prozent weniger (Neuerscheinungen) als 2007.
3. E-Book spielt immer noch gar keine Rolle. Selbst in Amerika, die uns in Sachen E-Book weit voraus sind, liegt der Marktanteil lediglich bei etwas über 1 Prozent.
4. Am besten laufen immer noch Romane und Krimis (32,3 Prozent). Danach kommt mit 15,1 Prozent die Ratgeberliteratur. Kinder- und Jugendbücher haben noch einen Anteil von 14.6 Prozent. Sachbücher: 9,3 %, Schul- und Lehrbücher 9,4 % und das Hörbuch stagnierte bei 4,8 Prozent Umsatzanteil.

60 Jahre, 60 Werke – 1 Jahr, 3 Werke

Berlin feierte sehr kurz 60 Jahre, 60 Werke und wir feiern ein ganzes Jahr lang 1959. Dieses Jahr, das als das goldene Jahr der deutschen Nachkriegsliteratur bezeichnet wird, bietet auch reichlich Anlass (und spaltet die Gemüter nicht so wie o. g. Werkschau). Gefeiert und erinnert wird an drei Autoren und diese Werke: Uwe Johnson „Mutmaßungen über Jakob“, Günter Grass „Die Blechtrommel“ und Heinrich Böll „Billiard um halbzehn“.
Wie man das Jubiläum (50 Jahre!) begehen will? So.

Lesen! wird Vorleser

Wie soll man leben? Was soll man lesen? Das sind die Fragen, die Kulturjournalisten in Krisenzeiten beschäftigen. Die Zweite wird zumindest bald beantwortet: Am Freitag (dem 10.7.) geht’s los. Zur Primetime (22.30 Uhr) treten Amelie Fried und Ijoma Mangold die Nachfolge der Heiden-Reich-Ranicki-Deutungshoheiten an. Der Anspruch ist löblich: Bei 80.000 Neuerscheinungen im Jahr braucht man schon einen oder zwei „Lotsen durch den Literaturdschungel“ (tv magazin stern), die einem sagen, was sich auf dem Nachttisch gut machen könnte. Ausgestrahlt werden soll die halbstündige Sendung 6 bis 8 Mal im Jahr.

Wer Amelie Fried ist, weiß jeder: im zweiten Leben Autorin, im ersten Moderatorin, u. a. der Sendung 3nach9 an der Seite von ZEIT Chefredakteur di Lorenzo.
Ijoma Mangold
kommt aus dem gleichen Stall wie Lorenzo. Er ist seit dem 1. April der Mann der zweiten Reihe im Zeit-Feuilleton und außerdem in allen namhaften Preisgremien des deutschsprachigen Literaturkarussells vertreten.